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Wettervorhersage & Deutung in der Natur

Wettervorhersage & Deutung in der Natur und auf Wanderungen. Im Zeitalter von mobiler Kommunikationsmedien (Smartphone) hat man eine aktuelle Wetterprognose in der Westentaschen. Warum sollte man dann die klassische Wetterdeutung überhaupt erlernen? Technische Geräte können Ausfallen durch herunterfallen, einem Sturz, Diebstahl oder schlichtweg gehen sie verloren. Gerade bei Trekking Touren oder Wanderungen kann es von Vorteil sein, die Zeichen der Natur deuten zu können. Bereits wenige Indikatoren können zumindest eine grobe Einschätzung der bevorstehenden Wetterereignisse geben.

Wettervorhersage Deutung Natur Wanderung

Selber deuten – Wettervorhersage

Um eine bessere Prognose zu erhalten kann es vorteilhaft sein einen kleinen Notizzettelblock (es gibt auch wasserfeste Varianten) mitzunehmen auf dem man die Windrichtung, Temperatur und den barometrischen Druck notiert. Oder allgemeine ein paar Notizen welche Wolken gesichtet wurden etc.

Ein hilfreicher Begleiter kann ein analoges Barometer und ein kleines Thermometer sein. Sie nehmen wenig Platz ein und wiegen kaum etwas. Damit lässt sich das zukünftige Wetter besser beurteilen.

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Die Wetterdeutung kann ein sehr interessantes Betätigungsfeld sein, wenn man in der Natur ist. Gerade wenn man sich Aufzeichnungen macht und diese konsequent weiterverfolgt.

Eigene Prognosen können dann immer noch mit den von den Wetterdiensten ausgegebenen Werten verglichen werden um die eigne Vorhersage zu untermauern oder zu bestätigen.

Nach eigener Meinung schlagen die Online Wetterdienste besonders bei regionalen Wetterprognosen nicht unbedingt gut ab. Natürlich kann ein Wettertrend abgelesen werden. Kurzfristige Wetterereignisse können mit dem entsprechenden Wissen vorhergesehen werden. Wie ein schnell aufziehendes Gewitter, es gibt die nötige Zeit einen Unterschlupf zu finden.

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Schäfchenwolken – Cirrocumulus

Deutbare Zeichen am Himmel

Als Indikator zur Prognose des Wetters eigenen sich sehr gut Wolken.

  • Wolken die sich über stunden aufbauen und nach oben wachsen, können die Basis für Regen und Gewitter bilden. Wenn Wolken einen dunkelgrauen „Boden“ haben ist das ein Anzeichen für eine starke Sättigung der Wolke mit Feuchtigkeit.
  • Bilden sich am Morgen Quellwolken und sind in der Mittagszeit wieder weg hält sich das Wetter. Entstehung am Nachmittag oder abends Regen und Gewitter möglich.
  • Langsam steigender Luftdruck bedeutet eine Schönwetterperiode.
  • Langsam sinkender Druck weist auf eine Schlechtwetterperiode hin.
  • Kommt der Wind aus östlichen Richtungen eher kühler aber gutes Wetter. Kommt der Wind aus westlichen Richtungen eher schlechtes Wetter und Regen. Allgemein bei häufigen Wechsel der Windrichtung, Wetteränderung. Plötzlich böiger Wind im Zusammenspiel mit dunkelgrauen tiefliegenden Wolkensystemen kann starken Regen und Gewitter bringen.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer kann Gewitter am Abend begünstigen. Wolken(flug) beobachten und den Aufbau der Wolken verfolgen.
  • Ein Halo, Strahlring am Mond ist ein Indikator für baldigen Regen.
  • Regenwolken (Nimbostratus), Cumulus (Cumulonimbus Gewitterwolken) Türmen sich Quellwolken zu großen Wolken auf und haben die Form eines Amboss kann sich eine sogenannte Superzelle bilden. Durch den unterschiedlichen Luftdruck, Temperatur und Aufwinde können sich sehr starke Unwetter entladen.
  • Schleierwolken (Cirrostratus) die den ganzen Himmel bedecken bringen baldigen Niederschlag.
  • Federwolken (Cirrus) können unter Umständen die Vorboten einer Warmfront mit Regen sein.
  • Schäfchenwolken (Cirrocumulus) die sich flach am Himmel ausbreiten und eine Wellenform haben, bzw. wie ein Flickenteppich aussehen sind ein Indikator für eine Schönwetterperiode.
  • (Stratus -> Nimbostratus) Tiefe Wolkensysteme, dunkelgrau, bringen Schauer.
  • Haufenwolkensystem (Cumulus), Entstehung diverser Wolkentypen. Bildung morgens mit Auflösung mittags gutes Wetter, Bildung nachmittags und abends mögliche Schauer.

Es gibt eine sehr große Anzahl an Wolkentypen. Die oben genannten sind gängige Wolkensysteme die als Anhaltspunkt dienen können um Prognosen abgeben zu können.

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Wolkentypen

Die Wolken treten in vier unterschiedlichen Höhen auf.

  • Hohe Wolken (Cirro) Cirrocumulus, Cirrus
  • Mittelhohe Wolken (Alto) Altocumulus , Altostratos
  • Niedrige Wolken (Strato) Cumulus, Nimbostratus, Stratocumulus
  • Vertikale Wolken (Nimbo) Cumulonimbus (Cumulus incus / calvus + Anvil / Mammatus / Virga (Begleitwolken))

Gerade bei Strato Cumulus Wolken können sich diese von der Cumulus humilis (Strato) -> Cumulus mediocris (Strato) -> Cumulus concestus (Alto) -> Cumulus calvus (Alto) -> Cumulus incus (Alto) mit der Ausformung (Anvil, Amboss) Gewitterwolke auftürmen (Mammatus). Die Ausbreitung über Stratos zu Alto kann relativ schnell passieren.

Um das System übersichtlicher zu gestalten gibt es einen internationalen Cloud Atlas (Wolkenatlas) Dieser ist in Bilderform und lässt ein schnelles erkennen der Wolkentypen zu. Im Anfangsstadium sollte man sich diesen Ausdrucken und mit nach Draußen nehmen. Durch die großen Auswahl an Wolken, deren Höhe, ähnliche Bezeichnungen kann eine genau Bestimmung durchaus verwirrend sein.

By Antonio Ciccolella – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40140247

Treffen Warm und Kaltfronten aufeinander kann dieses besonders in den warmen Monaten zu Unwetterlagen führen. Große Niederschlagsmengen und Gewitter sind die Folge. Durch besondere Lagen der Wettersysteme kann es sein, das örtlich Starkregen tagelang an gleicher Position bleibt. Dadurch treten sintflutartige Überschwemmungen auf und können große Landstriche verwüsten, teilweise treten diese Phänomene auch nur auf kleinerer Fläche auf. Solche Okklusionszonen können sich unter Umständen über mehrere hundert Kilometer ausbreiten.

Die genannten Informationen gehen mit Absicht nicht tiefer in die Materie. Sie ist schlichtweg zu komplex um alle Eventualitäten zu berücksichtigen.

Mit gesunden Menschenverstand, den Grundkenntnissen und gemachten Erfahrungen kann man als Laie akzeptable Vorhersagen treffen.

Für die Wetterprognose sind ein Barometer und ein Thermometer bereits ein gutes Fundament. Es gibt gut transportable Systeme ab 20 Euro im Handel erhältlich. Analoge Systeme sind digitalen vorzuziehen.

Ich finde die Wettervorhersage & Deutung in der Natur und auf Wanderung sind eine vorzügliche Methode ohne digitale Hilfe, den aktuellen Stand und die potentielle Entwicklung des Wetters zu prognostizieren.

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