Heimdall Messer im Interview


Heute gibt es eine Premiere für meinen Blog, mein erstes Interview. Das Format wird zukünftig öfters hier zu finden sein. Es bietet eine interessante Möglichkeit, tolle Menschen und Firmen vorstellen zu können. Egal eine private Einzelperson auf Instagram, ein Youtuber mit schönen Videos oder eine Firma, die ich besonders gut finde. Eifrige Leser und Besucher freuen sich, einen Blick hinter die Kulissen werfen zu dürfen. Selten kommt man den interviewten Menschen so nahe 😉

Heimdall Messer im Interview


Treffen am Treffen

Den Anfang macht der Stefan mit seiner Manufaktur, Heimdall Messer (Instagram Heimdall). Zur Vorgeschichte und wie es zu diesem Artikel gekommen ist: Auf dem letzten Outdoor Treffen der Flamongos (Bericht), hatten wir Gelegenheit uns persöhnlich kennenzulernen und interessante Gespräche zu führen. Aus Minuten wurden Stunden, ihr kennt das sicherlich selber. Mir hat das sehr imponiert, was der Stefan auf die Beine gestellt hat. Ein toller Mensch mit großem handwerklichen Geschick und einem guten Charakter. Seine Manufaktur bietet nicht nur wunderbare Messer sondern auch Produkte aus Leder, natürlich alles selber gemacht und das mit einer hervorragenden Qualität.


Hallo Stefan, du bist der Mensch hinter der Firma Heimdall Viking Crafts Messer. Erzähl doch mal den Lesern wer du bist und wie du dazugekommen bist, Heimdall zu gründen

Ja, „Firma Heimdall“ hört sich gut an 😉

Um etwas zu mir zu sagen, ich bin 46 Jahre alt, geschieden und alleinerziehender Vater zweier Söhne. 

Also Messer waren schon immer faszinierend für mich, schon so lang ich denken kann,  hatten sie eine magische Anziehung auf mich. Es ist ja mit das erste „Werkzeug“, was es gab damals. 

Man kennt es ja: Du findest ein bestimmtes Messer, eine Messerform gut. Doch oft stört etwas…die Griffform, das Material oder Farbe vom Griff selbst. 

Das schreit/schrie dann förmlich danach, es selbst zu machen. Da ich handwerklich und kreativ nicht unbegabt bin, behaupte ich mal, lag es quasi auf der Hand—selber machen….

Es ist Hobby für mich, Therapie könnte man sagen zum stressigen und schnelllebigen Alltag da draußen. Wenn die Werkstatttür zugeht bin ich in einer anderen Welt…einer aus Kreativität und Verwirklichung…

Deshalb hab ich auch erstmal einfach drauflos gemacht. 

Naja gegründet? Wurde es eigentlich nicht in dem Sinne. Wohl eher, das man es wasserdicht machen sollte hier im Land, wenn Interesse von vielen Leuten an deiner Arbeit besteht. 

An das alles hatte ich natürlich nie gedacht, weil einfach nur mein eigenes ultimatives Messer im Vordergrund stand…aber sicher ist sicher. 


Wie bist du auf den Namen Heimdall gekommen und was bedeutet die nordische Ikonographie und der Flair für dich und deine Produkte? 

Heimdall…ja, warum Heimdall? Gute Frage…

Interesse am Nordischen und allem, was dazugehört, ist ja schon ewig lange da bei mir. 

Und um hier ehrlich zu sein, waren mir die „Standard-Namen“ für diese Richtung zu oft genutzt, bzw „abgenutzt“, sag ich mal. 

Heimdall ist ja ein Gott, der bewandert ist in der Kunst des Gestaltwandelns…das war sehr passend. So wie er die Gestalt wandelt, kann ich auch jedes einzelne Messer „wandeln“. Entweder so, wie ich es mir denke oder wie es derjenige gerne hätte. 

Wenn man zB zusammenhockt, darüber spricht, verschiedene Richtungen, Materialien und welche Rohstoffe man gern hätte, ist es ja wie Gestalt annehmen….

Da ja auch Mittelaltermesser und Saxe die Werkstatt verlassen, passt der Name perfekt, bin ich der Meinung. 

Denn Mittelaltermärkte, das Lagern und allg. das Wikingerleben sind eine große Leidenschaft und auch ein Lebensgefühl für mich. 


Das klingt natürlich spannend. Welcher Aspekt deiner Arbeit ist für dich so erfüllend

Es sind alle Aspekte sehr sehr erfüllend für mich, bei dieser Arbeit. Am Anfang hast du nur eine Klinge. Dann dafür das passende Griffholz und/oder verschiedene Materialien für den Griff zu finden, ist schon ein eigener Prozess für sich. Es muss alles perfekt harmonieren, denn der Grat zwischen wow und einfach nur „verbastelt“ ist oft sehr schmal. Wobei auch da vieles im Auge des Betrachters liegt, wie immer. Aber ich hab schon oft von manchem Materialmix abgeraten, wofür man mir im Nachhinein dann sehr dankbar war. 

Auch deshalb ist mir ein persönliches Gespräch oder ein Besuch in meiner Werkstatt lieber. Dann kann man drüber reden.


Gibt es schon Ideen für weitere Sortimentserweiterungen? 

Sortimentserweiterungen sind immer gut, aber auch oft mit Investitionen verbunden, wobei ich für jede Idee und Anregung dankbar bin…keine Frage. 

Da aus nem Hobby jetzt mehr wurde, bin ich natürlich finanziell nicht so breit aufgestellt, als das ich großartig viele Sprünge hin und her machen kann/könnte. Obwohl ich sagen kann, ich bin materialtechnisch in der Werkstatt schon sehr gut bestückt, was Außergewöhnliches 

betrifft.


Du hast ja neben der Messermanufaktur auch noch einige andere Produkte in deinem Portfolio, was bietest deinen Kunden noch an? 

Andere Produkte von mir sind dann natürlich noch verschiedenste Lederarbeiten, wie Holster für Feuerstähle, kleine Taschen für wasserdichte Dosen im Outdoorbereich. Des weiteren aber auch größere Taschen für die Mittelalter-Szene, Sachen aus Horn, Knochen und Fellen….


Welchen langfristigen Weg möchtest du mit deiner Manufaktur gehen?

Und ja….Ideen hab ich sehr sehr viele…das kannst du mir glauben.

Aber wie alles im Leben, muss es finanzierbar sein. Da es ja noch am wachsen ist, muss man Schritt für Schritt gehen. Dabei bin ich natürlich trotzdem offen für Neues und sehr sehr begeisterungsfähig für alles und auch Ausgefallenes. 

Um einmal davon leben zu können, ist es noch ein weiter Weg, falls du das mit langfristigem Weg meinst. Ansonsten wäre es in der Zukunft schon der Hammer, wenn die Leute irgendwann nur am Logo erkennen, dass das Messer von mir ist. 

Da ich ja alles selbst mache, außer dem Schmieden der Klingen, ist es eine kleine Manufaktur, wie du so schön gesagt hast. 

Ich hatte letztes Jahr das große Glück, in Schweden einen außergewöhnlichen Schmied mit außergewöhnlichen Arbeiten kennenzulernen. Da ich mega begeistert bin von seiner Arbeit, schwöre ich bei einem extra besonderen Messer auf seine Klingen. Nicht ganz umsonst wird er in vielen Messer Zeitschriften erwähnt. Und was liegt näher, als aus diesen top Klingen mit meiner Arbeit ein top Messer zu machen. Somit macht jeder, was er am besten kann.


Geiz ist geil. Ein Motto im Einzelhandel, das vieles ruiniert hat. Bist du davon auch betroffen oder spielt es in deinen Verkaufsgesprächen auch eine Rolle? Stichwort Wertschätzung von Handarbeit und Rohstoffen?

Dieses Motto zieht sich leider wie ein roter Faden durch alles….

Da die meisten Leute nur die Preise namhafter Verkaufsplattformen kennen oder sich daran orientieren, ist es oft schwer. Jeder möchte das Schönste und Beste haben, aber nur kleines Geld zahlen. Oft geben sich Leute „schockiert“, wenn nach dem Zusammenstellen eines Messers der Preis genannt wird, denn viele wissen glaub ich gar nicht mehr, was Handarbeit bedeutet. Wieviele Arbeitsschritte, Zeit oder Materialeinsatz nötig sind, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. 

Deshalb könnte ich, wenn ich wirklich alles mit einrechnen würde, kein Messer verkaufen…weil es den Rahmen sprengen würde. 

Aber ich sag immer: Leben und leben lassen


Interessant ist sicherlich für den Leser woher die Rohstoffe deiner Meisterwerke kommen? Einfach ein grober Hinweis ohne detailliert zu werden.

Bei mir gibt es ausschließlich nur hochwertige Materialien, ausgesuchte und auch seltene Rohstoffe aus vielen Ländern…denn Ramsch und so gibt es schon zu viel…

Was nützt es denn nur schnell schnell, billig billig zu machen und die Leute ärgern sich dann…ginge mir ja andersrum genauso, wenn ich etwas gebaut haben wollte. 


Was würdest du potentiellen Neukunden gerne noch mit auf den Weg geben und warum der Kauf bei dir, die richtige Wahl ist?

Und ich glaub, das ist auch das Stichwort für Neukunden zB, die sich für mich und meine Arbeiten entscheidet. 


Mein Motto lautet immer: 

„Bau es so, als wäre es für dich selbst“


Damit fährt man immer am besten, denn ich möchte für jeden ein individuelles Unikat schaffen, an dem man immer wieder Freude hat. 

Bei meiner Arbeit kommt es mir in erster Linie nicht so sehr auf den Verkauf an, sondern diese Leidenschaft für wirklich schöne und funktionelle Unikate zu teilen, das Messer quasi für diese eine Person dann „wachsen und entstehen“ zu lassen. Endlich SEIN eigenes Messer zu haben, was sonst niemand hat. 

Ein „KNIFE FOR LIFE“ 

Und was natürlich am Ende auch stolz macht, ist, wenn es mit dem Namen „Heimdall“ und mir in Verbindung steht…..


Vielen Dank Stefan für das informative Interview und deine Zeit die du dir dafür genommen hast. Gerade in der heutigen Zeit wo diese ein kostbares Gut ist. Es hat mir richtig viel Spass gemacht das Gespräch hier abzubilden. Weiterhin hat der Stefan mir freundlicherweise die Bilder in diesem Interview zur freien Verfügung gestellt. Eine wunderbarer Einblick in die Werkstatt und sein Produkt Portfolio.

Ich möche euch hier nochmal den Instagramm Account von Heimdall aka Stefan verlinken. Schaut doch mal vorbei, vielleicht ist ja auch euer Wunsch Messer gemacht oder ihr schreibt den Stefan direkt an und fragt mal nach ob er euch das Messer eurer Träume fertig.


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Heimdall Messer im Inverview

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